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    Julius von Plänckner 1791-1858

Julius von PläncknerDer gothaische Hauptmann und Straßenbauer hatte 1829 die erste durchgehende Rennsteigwanderung unternommen und dabei den Verlauf des heutigen Wanderweges im Großen und Ganzen festgelegt.  

Schon mit 13 Jahren hatte es den Pfarrerssohn zum Soldatenberufe gedrängt, die Feuertaufe erlebte er als 16-jähriger Sekondeleutnant bei der Belagerung Kolbergs. Sieben Jahre lang kämpfte Plänckner dann mit dem gothaischen Kontingent der Rheinbundtruppen in Tirol, Spanien und Rußland für Napoleon und erhielt im März 1813 das Kreuz der Ehrenlegion. Ein halbes Jahr später jedoch wechselte der gothaische Herzog nach der Völkerschlacht bei Leipzig die Seiten, und von Plänckner kämpfte 1814/15 mit den siegreichen Verbündeten gegen seine einstigen Bundesgenossen.  

Bei Napoleon hatte von Plänckner den militärischen Nutzen guter Straßen kennengelernt und versuchte in der auf die Befreiungskriege folgenden Friedenszeit als Militärtopograph den Straßenbau im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha auf den modernsten Stand zu bringen. Krönung dieser Tätigkeit war der von ihm geleitete Chausseebau über den Oberhofpaß von 1830-32, einem Meilenstein auf dem Wege zum Zollverein (vgl. R-Wanderung 4. Tag, km 20).  

Im Zug der Terrainerkundung für diesen historischen Straßenbau war von Plänckner auf den Rennsteig gestoßen, der die projektierte Straße auf der Paßhöhe zwischen Oberhof und Zella kreuzte. Das wachsende Bedürfnis nach Nationalheiligtümern hatte längst die Frage nach dem genauen Verlaufs jenes sagenhaften Höhenweges aufgeworfen, dessen beiden Endpunkte zu jener Zeit unbekannt waren. Aufgrund der topographischen Verhältnisse bestimmte von Plänckner Blankenstein an der Saale und Hörschel an der Werra als die beiden Rennsteigenden und verband sie mit jenen Orten, bis wohin man zu seiner Zeit auf die eine oder andere Art von einem Rennsteig sprach: Rodacherbrunn im Osten (14 km von Blankenstein), im Westen die Paßhöhe am Vachaer Stein (8,5 km von Hörschel).  

Plänckners 5-Tage-Marsch von 1829 war die erste durchgehende Rennsteigwanderung und ein wichtiger Impuls für die aufkeimende Wanderbewegung. 1832 fand seine Beschreibung zusammen mit der Erstveröffentlichung einer Rennsteigkarte Eingang in ein "Taschenbuch für Reisende durch den Thüringerwald", das pünktlich zur Einweihung der Oberhofer Paßstraße neugierigen Biedermeiertouristen die nähergerückte Bergwelt erschloß.  

Ganz natürlich bürgerte sich so die Pläncknersche Route in der Wandertouristik ein, und sie wurde auch nicht mehr geändert, als rund 60 Jahre später - gerade zu Beginn des Rennsteig-"Booms" - Junckers vergessene Handschrift von 1703 veröffentlicht wurde, in der die beiden Endpunkte des Rennsteigs etwas anders bestimmt waren. Der "Pläncknersche Rennsteig" bot demgegenüber aber nicht nur eine topographisch plausiblere Lösung, sondern führte auch so nah wie möglich an der Wartburg vorbei, die mittlerweile Nationaldenkmal und Ausflugsziel ersten Ranges geworden war (vgl. Wanderung 10).  

Als Militär blieb von Plänckner zwangsläufig in die politischen Geschicke eingebunden und sein Ende entbehrte nicht schicksalhafter Symbolik. 1848 führte er nämlich als 57jähri-ger Oberst das gothaische Batallion nach Erfurt, um gegen die aufständische Bevölkerung vorzugehen. Als er jedoch seine Truppe auf dem Anger aufmarschieren läßt, trifft ihn der Schlag. Zehn Jahre siechte der alte Haudegen noch dahin, bis er am 12. März 1858 starb.  
 

    Erinnerungen auf dem Rennsteig:  
    • Gedenkstein hinter Hörschel (1. Tag, km 0,3);
    • "Plänckners Aussicht" (4. Tag, km 24), höchster Punkt der Rennsteigwanderung.

  

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